Berlin: De Gruyter, 2026 (Vigilanzkulturen / Cultures of Vigilance, Band 15)
Die Publikation ist im Kontext des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs „Vigilanzkulturen“ an der LMU München entstanden. Seit 2019 beteiligt sich das Collegium Carolinum mit Teilprojekten unter der Leitung von Martin Schulze Wessel an diesem großen Forschungsverbund: https://www.lmu.de/sfb1369/de/
„Sexarbeit im Arbeiterstaat“ geht dem Prostitutionsregime der sozialistischen Tschechoslowakei auf umfangreicher Quellenbasis nach. Gezeigt wird, dass der sozialistische Staat ‚Prostitution‘ zwar genereller Beobachtung unterstellte, aber höchst selektiv verfolgte und bestrafte. Mit dieser Politik stabilisierte er nicht nur die eigene Herrschaft, sondern auch die Hierarchien zwischen den Geschlechtern, sozialen Schichten, Angehörigen der tschechoslowakischen Mehrheit und Minderheiten. Über das Thema Sexarbeit lässt sich also ein tiefer Einblick in die Herrschafts-, Sozial- und Geschlechtergeschichte der sozialistischen Tschechoslowakei gewinnen.
Das Buch ist im De Gruyter Verlag zugleich in einer Print Version und im kostenfreien Open Access erschienen: https://www.degruyterbrill.com/de/document/doi/10.1515/9783111654171/html