Jan Arend
Stress und Systemwandel in der Tschechoslowakei und der Tschechischen Republik 1960–2000
Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Bd. 153
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2026, VI u. 299 Seiten, geb.
Ladenpreis € 60,00
ISBN 978-3-525-30374-0
Über das Buch
„Ich bin im Stress“: Hinter der Redewendung steht eine wenig bekannte Geschichte. Am Beispiel der sozialistischen Tschechoslowakei und des postsozialistischen Tschechiens untersucht Jan Arend, wie Gesellschaften mit Stress umgehen und zeigt, wie die Sorge um Stress mit dem Gesellschaftswandel der jüngeren Zeitgeschichte zusammenhängt. Er macht deutlich, wie Ärztinnen, Ratgeberautoren, Yoga-Praktizierende und Business-Coaches den Umgang mit Belastung prägten und wie sich Stressresistenz zu einer zentralen Erwartung an das „kompetente Individuum“ entwickelte. Die Studie rückt erstmals Zentral- und Osteuropa in den Mittelpunkt einer Geschichte, die sonst oft im Westen verortet wird. Eine historische Untersuchung darüber, wie Menschen mit Stress umgehen – und welche neuen Perspektiven das auf die Entstehung postsozialistischer und neoliberaler Ordnungen in Europa eröffnet.
Über den Autor
PD Dr. Jan Arend ist Akademischer Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Tübingen.