Newsletter des Collegium Carolinum 16/2012

(3.8.2012)

Call for Papers

Das Zentrum für Osteuropastudien der Ludwig-Maximilians-Universität München veranstaltet gemeinsam mit dem Collegium Carolinum, der Forschungsstelle für die böhmischen Länder, einen internationalen Workshop zum Thema:

                             „Zwangsmigration und Frauengeschichte in Deutschland nach 1944/45“
                                                     vom 25.10.–26.10.2012 in München


Ein Großteil der Flüchtlinge und Vertriebenen weltweit waren und sind Frauen. Frauen werden aus politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl während der Flucht und Vertreibung als auch im Aufnahmeland sind sie häufig Ablehnung, Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt, die nicht selten genderspezifisch konnotiert sind. Dies trifft sowohl für einen Teil der deutschen Frauen zu, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostmitteleuropa vertrieben wurden, wie auch für diejenigen Frauen, die heute aufgrund erzwungener Migration nach Deutschland kommen.

Ziel des Workshops ist es, den interdisziplinären Austausch zwischen Geschichtswissenschaft, Soziologie, europäischer Ethnologie und Museologie zum Themenkomplex Zwangsmigration und Frauen(-geschichte) zu intensivieren.


Dabei sollen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt stehen:

Migrationserfahrungen

  1. Welchen Einfluss haben individuelle und kollektive Erfahrungen von Migrantinnen - wie z.B. sexuelle Gewalt und Übergriffe, aber auch die Erweiterung der eigenen tradierten Rolle und des weiblichen Handlungsspielraums - unmittelbar vor, während, aber vor allem nach der Migration auf ihr Selbstverständnis bzw. auf ihre Selbstinszenierung.
  2. Welche Rolle spielen dabei Faktoren wie zum Beispiel Familienstand, Konfession, Berufsbildung, soziales Engagement, Alter bzw. Generationszugehörigkeit?

Medialisierung, Wissenschaft und Erinnerung

  1. Welche Rolle spielen Frauen in der Erinnerungspraxis: sowohl bei der Weitergabe von Erinnerung und Tradition als auch bei der Visualisierung von Ereignissen?
  2. Wie treten Frauen in der musealen Darstellungspraxis, z.B. bei Ausstellungen zur Thematik Migration bzw. Zwangsmigration in Erscheinung?
  3. Welchen Einfluss besitzen Gender Studies auf die Geschichts- und Erinnerungskulturen?
  4. Welche Gruppen bedienen sich mit welchen Intentionen der Darstellung des Schicksals von weiblichen (Zwangs-)Migrantinnen?

Willkommen sind auch methodische Auseinandersetzungen mit dem Themenkomplex "Zwangsmigration und Frauengeschichte in Deutschland nach 1944/45". Der Workshop soll vor allem Raum für Diskussionen bieten. Daher sollen die Beiträge nicht länger als 30 Minuten sein. Bitte reichen Sie Ihren Themenvorschlag mit einem Abstract von maximal einer Seite ein bis zum:

                                                25.08.2012


Fahrt- und Übernachtungskosten werden von den Veranstaltern übernommen. Der Workshop wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziell unterstützt.

 

Kontakt:

Katharina Anna Aubele

katharina.aubele(at)lrz.uni-muenchen.de