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Das Sudetendeutsche Wörterbuch (SdWb) 

Das Sudetendeutsche Wörterbuch (SdWb) ist ein wissenschaftliches Dialektwörterbuch, das die verschiedenen deutschen Mundarten der geographischen Regionen Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien darstellt. Das Wörterbuch bewahrt mit den deutschen Varietäten das ursprünglichste Kulturgut der deutschen Vergangenheit in den böhmischen Ländern vor dem Vergessen.  

Begründet hatten es in der Zwischenkriegszeit Ernst Schwarz und Erich Gierach mit einer Sammlung zu einem Wörterbuch der sudetendeutschen Mundarten an der Karls-Universität in Prag. 1957 hat in Nachfolge Franz J. Beranek an der Universität Gießen dieses Projekt, von Beginn an in Kooperation mit dem Collegium Carolinum in München und für zwei Jahrzehnte gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), wieder aufgenommen. Heute wird das Projekt vom Freistaat Bayern finanziert.

Beranek erstellte eine neue Materialsammlung aufgrund von hundert Fragelisten, die in den fünfziger und sechziger Jahren von ca. 650 Gewährsleuten ausgefüllt wurden, zwanzig Ergänzungsfragelisten, Sonderlisten zu bestimmten Berufsgruppen und Sachthemen aufgrund der Heimatliteratur, wissenschaftlichen Publikationen und freien Einsendungen. Das Material haben wissenschaftliche Mitarbeiter transkribiert, lemmatisiert (d. h. "verhochdeutscht") und alphabetisch archiviert, sodass die Materialbasis heute ein alphabetisches Zettelarchiv mit ca. 2,7 Millionen Belegzetteln, 182.000 Synonymenverweisen und 16.500 Arbeitskarten umfasst. Es kann jederzeit Neues eingearbeitet bzw. für einen Ergänzungsband bereitgestellt werden.

Das SdWb folgt dem Prinzip der alphabetischen Anordnung der Stichwörter und einem an der Schriftsprache orientierten Lemmaansatz. Gemäß seiner Konzeption behandelt es fünf dialektische Großlandschaften: das Mittelbairische, das Nordbairische oder Oberpfälzische, das Ostfränkische, das Schlesische und das Obersächsische inklusive verschiedener Sprachinseln mit ihren Mischdialekten. Daneben werden – soweit archiviert – alle Soziolekte (wie z. B. Imker-, Jäger-, Soldatensprache usw.) und der deutsch-slawische Lehnwortaustausch berücksichtigt.

Das SdWb, die Wörterbuchredaktion und die damit verbundenen Gießener Sammlungen (Sudetendeutsches Mundartarchiv, Volkskundearchiv, Namensarchiv mit dem Sonderbestand Flurnamensammlung Peschel sowie Karpatendeutsches Mundartarchiv) bieten neben einer sprachlichen Information auch volkskundliche Aspekte, sodass nicht nur Sprachwissenschaftler, sondern auch Volkskundler, Historiker und interessierte Laien Zielgruppe sein können. Über die Arbeit geben die Berichte über das Sudetendeutsche Wörterbuch kontinuierlich Auskunft. Das Wörterbuch erscheint in der Regel in zwei Lieferungen zu jeweils 80 Seiten jährlich und ist auf rund acht Bände mit je acht bis neun Lieferungen angelegt. Mehr...

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