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Staat, Unternehmen und Arbeiterschaft in gelenkten Wirtschaften. Die böhmisch-mährische Industrie zwischen Nationalsozialismus und Volksdemokratie (1938-1950)

Abfahrt der ersten Lokomotive im ČKD- Werk Sokolov nach dem Zweiten Weltkrieg am 28. Februar 1946

Zu den aktuellen Herausforderungen der Geschichtswissenschaft zählt der Einbezug Ostmittel- und Osteuropas in eine grenzüberschreitend konzipierte "europäische Zeitgeschichte". In Anbetracht der evidenten Macht der Ökonomie ist es zudem angezeigt, Zeitgeschichte und Wirtschaftsgeschichte wieder stärker miteinander zu verknüpfen.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsvorhaben "Staat, Unternehmen und Arbeiterschaft in gelenkten Wirtschaften" verbindet diese beiden Impulse. Es richtet den Blick auf den böhmisch-mährischen Wirtschaftsraum, der von 1938 bis 1950 in wechselnden internationalen Zusammenhängen einen mehrfachen Wandel der Wirtschafts- und Arbeitsbeziehungen erfuhr: von der erzwungenen Eingliederung in den "Großdeutschen Wirtschaftsraum" über das ökonomische Experiment der Volksdemokratie bis zum Einbezug in das östliche Lager.

Für das Wirtschaftssystem Böhmens und Mährens stellt der Untersuchungszeitraum die Übergangsphase vom "Markt" zum "Plan" dar. Sowohl der Nationalsozialismus als auch die Volksdemokratie postulierten die Unterordnung der Ökonomie unter politische und ideologische Zielsetzungen und griffen daher massiv steuernd in die Wirtschaft ein. Hier wie dort blieben die Unternehmen jedoch autonome Akteure an einem weitgehend regulierten Markt. Das Ziel des Forschungsprojekts lautet, das jeweils spezifische Mischungsverhältnis von staatlicher Wirtschaftslenkung und betriebswirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten in den Unternehmen zu analysieren. Mehr...


Jaromír Balcar

 

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