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Politische und kulturelle Loyalitäten im modernen Ostmitteleuropa

Das Center for Advanced Studies an der Ludwig-Maximilians-Universität München (CAS) bietet seit 2010 ein Forum für den internationalen und interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch: die CAS-Schwerpunkte. Zum Thema "Politische und kulturelle Loyalitäten im modernen Ostmitteleuropa" wurde gemeinsam von Martin Schulze Wessel, Peter Bugge und Jana Osterkamp, also zwei Mitgliedern und einer Mitarbeiterin des Collegium Carolinum, ein solcher Forschungsschwerpunkt eingeworben. Ziel ist es, in Workshops und auf Tagungen den historischen Fokus auf Loyalitäten um politik-, rechts- und kulturwissenschaftliche Perspektiven zu ergänzen. Der Schwerpunkt soll ein Feld hochqualifizierter Forscherinnen und Forscher an und außerhalb der Ludwig-Maximilians-Universität zusammenbringen und damit auch die Kooperation zwischen dem Collegium Carolinum und der Universität intensivieren.

Loyalitäten werden als strukturelle soziale Bedingung von Herrschaft angesehen; das Loyalitätskonzept spielt daher für die historische Analyse von Gemeinschaften in polyethnischen und multikonfessionellen Gesellschaften eine bedeutende Rolle. Während die Politikwissenschaft zudem nach Loyalitäten im modernen liberalen Staat fragt, wendet die Rechtswissenschaft den Begriff auch institutionell an und diskutiert etwa für die Europäische Union das zwischenstaatliche Prinzip gegenseitiger Loyalität. Trotz dieser Perspektivenvielfalt fehlt bislang ein systematischer Versuch, die unterschiedlichen Zugänge methodisch zu ordnen. Eine solche Systematisierung ist lohnend: Wie kaum ein anderes Forschungskonzept erlaubt die Frage nach Loyalitäten, die Stabilität und den Wandel politischer Ordnungen in einer analytischen Gesamtschau zu erfassen. Am 16. November 2010 fand ein erster eintägiger Workshop statt, der historische Fragestellungen mit rechtswissenschaftlichen Perspektiven zusammenführte.

 


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