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Die Evakuierung der Deutschen aus der Slowakei 1944/45. Eine Bevölkerungsgruppe zwischen dem Slowakischen Nationalaufstand und der Agonie der nationalsozialistischen Volkstums- und Umsiedlungspolitik

Evakuierung von Schulkindern aus Krickerhau/Handlová 1944

Forschungsprojekt des Collegium Carolinum in Kooperation mit dem Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften


Das Projekt wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien im Rahmen des Akademischen Förderprogramms zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa gefördert.


Projektbearbeiter:
PhDr. Michal Schvarc, PhD.
PhDr. Martina Fiamová, PhD.
Dr. Martin Zückert


Die Evakuierung der deutschen Zivilbevölkerung aus der Slowakei 1944/45 wurde bisher kaum im größeren Zusammenhang betrachtet. Mit Blick auf das allgemeine Geschehen im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs zielt das Projekt darauf, die Evakuierung im Kontext der nationalsozialistischen Volkstums- und Umsiedlungspolitik, dem Agieren des Slowakischen Staates und der Entwicklung in den betroffenen Gebieten zu analysieren.

 

Die Evakuierung und Flucht der deutschen Zivilbevölkerung aus dem östlichen Europa 1944/45 wird bis heute vornehmlich mit dem Geschehen in den ehemaligen deutschen Ostprovinzen in Verbindung gebracht. Weitaus weniger Beachtung erfuhr dagegen bisher die Entwicklung in den unter deutscher Hegemonie stehenden Staaten in Ostmittel- und Südosteuropa. Die durch die Kriegsentwicklung ausgelöste und von deutschen Stellen betriebene Migration etwa einer halben Million Menschen aus Rumänien, dem serbischen Banat, Kroatien, Ungarn und der Slowakei unterlag regionalen Spezifika. Sie wurde beeinflusst vom gespannten Verhältnis zwischen dem sich in seiner Endphase nochmals radikalisierenden nationalsozialistischen Herrschaftssystem und den jeweiligen Kollaborationsregimen. Bisher vorliegende Studien betrachten die Evakuierungsmaßnahmen deutscher Stellen in der letzten Kriegsphase meist isoliert. Weder Zusammenhänge mit der nationalsozialistischen Besatzungs- und Umsiedlungspolitik noch parallele Entwicklungen in den betroffenen Staaten werden dabei berücksichtigt.

 

Ein deutsch-slowakisches Team untersucht die Geschichte der Evakuierung aus der Slowakei. Neben der ereignisgeschichtlichen Aufbereitung geht es vor allem darum, das Geschehen mit Blick auf die bis zum Kriegsende wirkungsmächtigen Folgen der nationalsozialistische Volkstums- und Umsiedlungspolitik sowie die militärische Entwicklung zu kontextualisieren. Hierzu gehört neben dem vergleichenden Blick auf die zeitgleich stattfindende Evakuierung deutscher Bevölkerungsgruppen aus Südosteuropa insbesondere auch die Berücksichtigung von zur selben Zeit vom Slowakischen Staat durchgeführten Evakuierungsmaßnahmen sowie weiterer Fluchtbewegungen im Land. Zu berücksichtigen sind aber auch die in den Jahren 1944/45 von deutschen und slowakischen Stellen ausgehenden Maßnahmen zur Arbeitskräfterekrutierung, die von den zu behandelnden Evakuierungs- und Räumungsaktivitäten kaum zu trennen sind. Vorgesehen sind zudem regionale Sonden zur Entwicklung in den deutschen Siedlungsgebieten der Slowakei während und nach dem Slowakischen Nationalaufstand. Durch diese sollen die Haltungen der Betroffenen zum politisch-militärischen Geschehen und zu den konkreten Evakuierungsmaßnahmen analysiert werden. Schließlich geht es auch darum, in der Nachkriegszeit vorgenommene Bewertungen des Geschehens zu untersuchen. Die Forschungsergebnisse werden in einer Projektpublikation veröffentlicht werden. Für die Vorstellung und Diskussion erster Zwischenergebnisse ist ein Workshop im Jahr 2017 geplant.

 

Kontakt: Martin Zückert

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