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Musealisierung der Erinnerung

Zweiter Weltkrieg und nationalsozialistische Besatzung in Museen, Gedenkstätten und Denkmälern im östlichen Europa


Die Debatten über den 60. Jahrestag des Kriegsendes 1945 haben deutlich gezeigt, dass in vielen Staaten Europas der Zweite Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit nach wie vor einen zentralen Bezugspunkt kollektiver Erinnerung und nationaler Geschichtspolitik darstellen. Debatten um Museen, historische Ausstellungen und Gedenkstätten kam dabei eine wesentliche Rolle zu. Vor allem in den postkommunistischen Staaten im östlichen Europa führte das Bedürfnis, die museale Präsentation der Kriegs- und Nachkriegserfahrung den veränderten politischen Gegebenheiten anzupassen, zu einer Reihe von Neugründungen von historischen Museen. Zugleich erfuhren viele bestehende Gedenkstätten neue Deutungen; Denkmäler, die an die Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg erinnern, wurden teils neu errichtet, teils von ihrem Standort entfernt.


Ziel des Projekts ist es, museale Präsentationen, Gedenkstätten und Denkmäler, die die Besatzungspolitik und Besatzungserfahrung im Zweiten Weltkrieg thematisieren, im Hinblick auf ihre spezifischen Semantiken, Präsentationslogiken und Funktionen zu untersuchen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, mit Hilfe welcher Symbolsprachen und durch welche Inklusions- und Exklusionsprozesse Wir-Gemeinschaften hergestellt werden. Einen Fluchtpunkt der Untersuchungen bildet die Frage, welche Tendenzen der Universalisierung von Gedächtnis bzw. der Partikularisierung von Erinnerungen an die Zeit der Besatzungsherrschaft in Europa festzustellen sind. Zu unterscheiden sind dabei nationenübergreifende Präsentationen von Besatzungsherrschaft, Lagererfahrung, Shoah und die Befreiung von Symbolisierungen, die verschiedene europäische Erinnerungsregionen voneinander trennen.


Das mit Nachwuchswissenschaftler/innen international besetzte Forscherteam untersucht diese Frage in mehreren Einzelprojekten, welche Belarus, Litauen, Polen, Russland und Tschechien betrachten. Ein gesamteuropäischer Reflexionsrahmen wird durch zwei internationale Konferenzen eröffnet.



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