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Masaryk im deutschen Kontext: Korrespondenzen und Netzwerke digital

Die Wirkung der historischen Person T. G. Masaryk geht über die tschechische und ostmitteleuropäische Geschichte weit hinaus. So fand seine Rolle als österreichischer Intellektueller in jüngster Zeit wieder stärkere Beachtung. Trotzdem wird Masaryk in der deutschen Forschung bisher nur marginal wahrgenommen, obwohl er nachweislich in einem engen Austausch mit der deutschen Intellektuellenszene stand und sich dort größerer Bekanntheit erfreute.

Gerade die Intellektuellengeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat sich in den letzten Jahren zwar verstärkt der Untersuchung von Netzwerken und Diskursen gewidmet, die über einzelne Personen hinausgehen und intellektuelle Lebenswelten und Ideenproduktion als kollektives Phänomen verstehen. Doch überschreitet die Rekonstruktion intellektueller Debatten die frühere Grenze des Eisernen Vorhangs bisher nur selten.

Ziel des Projektes ist es, diese Forschungslücke zu schließen und die wichtige Rolle T. G. Masaryks als Teil der deutschsprachigen Intellektuellenwelt seiner Zeit zu zeigen. Dabei werden drei Leitfragen gestellt: 1.) nach Form und Inhalt des intellektuellen Austausches, 2.) nach Transfer und Wandel von Ideen in verschiedenen Kontexten und schließlich 3.) nach Entstehung und Wandel des Intellektuellen selbst im Diskurs.

Um diese Fragen zu beantworten, soll zum einen die unveröffentlichte Korrespondenz Masaryks mit deutschen Intellektuellen des Zeitraums 1880-1937 als digitale Edition aufbereitet werden. Diese Art der Darstellung ermöglicht es, bereits vor Ende des Projekts Teile der Forschungs- und Quellenarbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Neben den größtenteils unbearbeiteten Korrespondenzen im Archiv des Masaryk-Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik sollen dafür auch Quellen aus deutschen Universitätsarchiven herangezogen werden.

Zum anderen erfolgt die Erfassung der Korrespondenzen mit Blick auf eine anschließende Nutzung ihrer Inhalte und Metadaten durch die (digitale) Netzwerkforschung. Ziel des Projektes ist also nicht nur eine technisch fortgeschrittene und offene Präsentation wichtiger Primärquellen, sondern auch die Bereitstellung eines digitalen Methodengerüsts zur Bearbeitung weitergehende Fragen, die an die bereits bestehende Forschung zur Intellektuellenkultur der europäischen Jahrhundertwende anschließt.

Als Kooperationspartner des Projekts sind das Masaryk-Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und die Bayerische Akademie der Wissenschaften vorgesehen. Während das Masaryk-Institut mit seinem Archiv einen Großteil der Quellen bereitstellt und die entsprechende Fachkompetenz besitzt, ist im Falle der Akademie an eine technische Kooperation im Rahmen des Kompetenzverbundes "Historische Wissenschaften München" gedacht.

Johannes Gleixner

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