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Newsletter des Collegium Carolinum 4/2020


(20.1.2020)

Call for Papers „Ungleichzeitigkeiten und Divergenzen in der Entwicklung Ostmitteleuropas seit 1989. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“

Jahrestagung des Collegium Carolinum in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichte Ost- und Südosteuropas der Ludwig-Maximilians-Universität München

Fischbachau/Bayern, 12.-15. November 2020

Bewerbungsschluss: 31.03.2020

1989 schienen die Staaten Ostmitteleuropas wie unter Laborbedingungen in einer sehr ähnlichen Situation zu sein: Sie teilten die Erfahrungen einer sozialistischen Diktatur, die alle Bereiche des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens einschneidend verändert hatte. Die Revolution von 1989 schuf - bei aller Unterschiedlichkeit der vorangehenden Prozesse - einen Moment der Gleichzeitigkeit in den ostmitteleuropäischen Ländern. Die 1993 von der EU eröffneten Beitrittsperspektiven nach den Kopenhagener Kriterien (Konditionalität) ließen einen gleichgerichteten und gleichzeitigen Prozess der Annäherung Polens, der Slowakei, Tschechiens und Ungarns an die EU erwarten.

Doch zeichnete sich bald eine unterschiedliche Entwicklung ab, als sich in der Slowakei bereits Mitte der neunziger Jahre autoritäre Tendenzen unter dem Ministerpräsidenten Vladimír Mečiar zeigten, die 1997 zunächst zum Ausschluss des Landes aus dem Kreis der für den Beitritt zu NATO und EU vorgesehenen Länder führten. Heute erscheint die Slowakei paradoxerweise als das Land Ostmitteleuropas, in dem die verfassungsmäßige Ordnung am meisten gewahrt wird. Andere Divergenzen kommen hinzu: So kann man in Polen und Ungarn eine Regierungspolitik beobachten, die gegenüber der EU-Kommission kritisch ist, während in der Bevölkerung nach wie vor EU-freundliche Stimmung vorherrscht. Dagegen hat sich in Tschechien bei einer insgesamt mehr an den Vorgaben der EU orientierten Politik in der Bevölkerung eine Skepsis gegenüber der EU verbreitet. Auch im wirtschaftlichen Bereich tun sich bei genauerer Betrachtung zahlreiche Divergenzen auf.

Das Ziel der Tagung ist es, die Entwicklungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den ostmitteleuropäischen Staaten vergleichend zu betrachten und auf ihre Unterschiede hin zu untersuchen. Als Fluchtpunkt der Diskussion soll die Frage dienen, ob die Ungleichzeitigkeiten und Divergenzen aus dem Prozess der Transformation erklärt werden können oder die Berücksichtigung von länger angelegten, historischen Spezifika erfordern, die im revolutionären Prozess von 1989 zunächst nicht sichtbar waren.

Die Vorträge mit einer Länge von 20 Minuten können in deutscher oder englischer Sprache gehalten werden. Reise- und Unterbringungskosten werden übernommen. Die Herausgabe eines Tagungsbandes in englischer Sprache ist beabsichtigt.

Konzeption: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (München), Dr. Darina Volf (München)

Bitte reichen Sie eine Skizze Ihres geplanten Vortrags (ca. 1 Seite) in deutscher, tschechischer, slowakischer oder englischer Sprache bis zum 31.3.2020 ein bei Miroslava Valicek: miroslava.valicek[at]collegium-carolinum.de

 

Call for Papers “Asynchronities and divergences in the development of East Central Europe since 1989. Politics, economy and society” 

Annual conference of the Collegium Carolinum, in cooperation with the Chair of History of Eastern and Southeastern Europe, Ludwig-Maximilians-Universität, Munich

Fischbachau/Bavaria, November 12-15, 2020

Deadline for applications: March 31, 2020

In 1989, the countries of Central and Eastern Europe seemed to be in a very similar situation, as if under laboratory conditions: they shared the experiences of a socialist dictatorship that had drastically changed all areas of political, economic and social life. The revolution of 1989 created a moment of simultaneity in the countries of Central and Eastern Europe, despite the diversity of the preceding processes. The prospects of membership opened up by the EU in 1993 in accordance with the Copenhagen criteria (conditionality) suggested that Poland, Slovakia, the Czech Republic and Hungary would move closer to the EU at the same time.

However, a different development soon became apparent when authoritarian tendencies under Prime Minister Vladimír Mečiar began to emerge in Slovakia as early as the mid-1990s, initially leading to the country's exclusion from the circle of countries designated to join NATO and the EU in 1997. Today, Slovakia paradoxically appears to be the country of Central and Eastern Europe where the constitutional order is most respected. There are other divergences as well: in Poland and Hungary, for example, a government policy can be observed that is critical of the EU Commission, while the population is still in an EU-friendly mood. In the Czech Republic, on the other hand, a scepticism towards the EU has spread among the population and contradicts with the official policy that is more in line with EU guidelines. A closer look also reveals numerous divergences in the economic sphere.

The aim of the conference is to compare developments in the political, economic and social spheres in the countries of Central and Eastern Europe and to examine their differences. The common ground of the discussion will be the question of whether the asynchronities and divergences in the development of the East Central European countries can be attributed to the process of transformation or whether they require the consideration of longer-term, historical specifics that were not initially visible in the revolutionary process of 1989.

The 20-minute lectures can be held in German or English. Travel and accommodation costs will be covered. The publication of conference proceedings in English is planned.

Concept: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (Munich), Dr. Darina Volf (Munich)

Please submit a sketch of your planned presentation (approx. 1 page) in German, Czech, Slovak or English by 31 March 2020 to Miroslava Valicek: miroslava.valicek[at]collegium-carolinum.de

 

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