Collegium Carolinum e. V.   Hochstr. 8, 81669 München   Tel.: +49 / (0)89 / 55 26 06 – 0   E-Mail: post.cc@collegium-carolinum.de
DeutschČeštinaSlovenčinaEnglish

Newsletter des Collegium Carolinum 28/2016

(21.11.2016)

Vortrag

 

Das Collegium Carolinum lädt herzlich ein zu dem Vortrag

Ota Konrád / Rudolf Kučera (Prag):
Gewalt in Mitteleuropa während des Ersten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit. Vergleich der österreichischen und böhmischen Länder

am Donnerstag, 24. November 2016, 16.00 Uhr, im Seminarraum des Collegium Carolinum
(Hochstr. 8 / 2. Stock, München)

Der Vortrag stellt Zwischenergebnisse des Forschungsprojektes über die Kulturgeschichte der Gewalt an der Heimatfront im Ersten Weltkrieg und in der unmittelbaren Nachkriegszeit vor. Auf Grund eines Vergleichs zwischen der Situation in den böhmischen Ländern und in den Alpenländern wird danach gefragt, wie der Krieg und die unmittelbare Nachkriegskonstruktion mit den jeweiligen narrativen Rahmungen von Sieg und Niederlage bestimmte Gewaltformen beeinflusst haben. Dabei geht es auch um die Frage, wie der Aspekt „Gewalt"  einerseits von Fachleuten und anderereits von einer breiteren Öffentlichkeit diskursiv konstruiert und wahrgenommen wurde.

In dem Vortrag werden zwei Gewaltphänomene in den Blick genommen:

Erstens, der Fall der spontanen, kollektiven Gewalt an der „Heimatfront“ und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Er zeugt von wandelnden Mentalitäten der „einfachen Leute“, die sich mit den tiefgreifenden sozialen und politischen Veränderungen auseinandersetzten. Gewalt ist hier als eine „Kommunikationsform" anzusehen, in welcher grundlegende Forderungen nach Gerechtigkeit artikuliert wurden. Eine bedeutende Rolle nahm auch die Kategorie der Nation und ihre Bedeutung für das Handeln und Denken der Leute im untersuchten Zeitraum ein.

Das zweite zu diskutierende Phänomen ist die individuelle Gewalt. Sie wird am Fallbeispiel ihrer schwerwiegendsten Form – Mord und Tötungsdelikte – vorgestellt. Diese Taten werden im Kontext der Handlung der Täter, des Verstehens und der Deutung durch Fachexpertisen (Kriminologie und Medizin) sowie der allgemeinen Wahrnehmung durch die breite Öffentlichkeit dargestellt.



doc. PhDr. Ota Konrád, Ph.D., arbeitet an der Karls-Universität Prag, Forschungsfelder: Moderne Geschichte, Geschichte der Außenpolitik, Universitätsgeschichte, Geschichte des Ersten Weltkrieges, Gewaltgeschichte

Dr. Phil. Rudolf Kučera, PhD., ist im Masaryk Institut und im Archiv der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag tätig, Forchungsfelder: Sozial- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Geschichte des Ersten Weltkrieges, Gewaltgeschichte

 

 

Aktuelles

Feierliche Eröffnung des SFB 1369 Vigilanzkulturen am 11.12.2019

Festvortrag von Joseph Vogl (Berlin): Epoche des Amok an der LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1, Große Aula, 19.00 Uhr Více...


Das Collegium Carolinum und die Wissenschaftliche Bibliothek

bleiben vom 23.12.2019 bis zum 6.1.2020 geschlossen. Am 7.1. sind wir wieder für Sie da.


Vortrag in der Prager Außenstelle am 12.12.2019

Kolja Lichy (Gießen): ,,Es ist wie ein Schleim“. Geld, Kredit und Zirkulation in der Habsburgermonarchie des 18. Jahrhunderts Více...


An-Institut der

Mitglied im
Kompetenzverbund Historische Wissenschaften München