Collegium Carolinum e. V.   Hochstr. 8, 81669 München   Tel.: +49 / (0)89 / 55 26 06 – 0   E-Mail: post.cc@collegium-carolinum.de
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Vortrag

 

Das Collegium Carolinum lädt herzlich zu einer Vortragsveranstaltung ein:

Mittwoch, 11. Dezember 2013, 18 Uhr c. t.
Seminarraum des Collegium Carolinum (Hochstr. 8, 2. OG, München)

 

Anna Hájková
(University of Warwick)

Die ganze Welt in einem Ghetto: Theresienstadt als transnationaler Ort der tschechischen Geschichte (1941–1945)

Der Holocaust im Allgemeinen und Theresienstadt im Besonderen werden zumeist außerhalb des Rahmens der "normalen" Geschichte betrachtet. Dabei waren die Häftlinge im Theresienstädter Durchgangsghetto sehr wohl Produkte ihrer Zeit und Kultur. Die Zwangsgesellschaft, die dort entstand, die Interaktionen und Gruppenbildungen zwischen den tschechischen, deutschen, österreichischen, dänischen, niederländischen, slowakischen und ungarischen Juden, die die Nazis dorthin verschleppt hatten, stellen ein wichtiges transnationales Moment der tschechischen Geschichte dar. Weil diese Leute zusammengepfercht waren, mussten und haben sie miteinander dauerhaft kommuniziert. Die Art, wie sie es taten, verrät uns wichtige Aspekte der (nicht nur jüdischen) Kultur- und Sozialgeschichte Mitteleuropas. Auch wenn die allermeisten der Theresienstädter Häftlinge schließlich ermordet wurden, sollte ihr Sterben nicht verdecken, dass diese Menschen ein inhärenter Teil der mitteleuropäischen Geschichte waren. Dies gilt auch für das Ghetto, in dem sie die letzten Jahre ihres Lebens gelebt, geliebt, gestritten und geredet haben – und geglaubt haben, eines Tages aus ihm herauszukommen.


Anna Hájková, PhD ist Assistant Professor für Modern Continental European History an der University of Warwick, Großbritannien. Sie studierte an der Humboldt-Universität Berlin sowie an der Universiteit van Amsterdam und promovierte an der University of Toronto. Ihre Dissertation, basierend auf Material aus 78 Archiven in zehn Ländern, befasst sich mit der Alltagsgeschichte Theresienstadts. Hájková war zwischen 2006 und 2009 Mitherausgeberin der Theresienstädter Studien und Dokumente. Sie erhielt diverse Stipendien und Preise, unter anderem war sie Ben and Zelda Fellow am United States Holocaust Memorial Museum (2010) und wurde ihr der Catherine Stimpson Prize for Outstanding Feminist Scholarship (2013) verliehen. Zuletzt hat sie mit Andrea Löw und Doris L. Bergen den Sammelband "Alltag im Holocaust: Jüdisches Leben im Großdeutschen Reich 1941–1945" (Oldenbourg Verlag 2013) herausgegeben.

 

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