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Vortragsankündigung

 

Das Collegium Carolinum lädt herzlich zu einer Vortragsveranstaltung ein:

 

 

Donnerstag, 6. Juni 2013, 17.00 Uhr 

Seminarraum des Collegium Carolinum (Hochstr. 8, 2. OG, München)

Wilfried Jilge
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Slavistik der Universität Leipzig)

Zu den ideologischen Grundlagen und zur politischen Bedeutung des Volkstumsbegriff des sudetendeutschen Kameradschaftsbundes

Der Vortrag präsentiert Ergebnisse des Forschungsprojekts "Heroischer Nationalismus: Der sudetendeutsche 'Kameradschaftsbund' in der Ersten Tschechoslowakischen Republik und die Konstruktion sudetendeutscher Identität" (Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Troebst), das vom Referenten am Institut für Slavistik der Universität Leipzig bearbeitet und koordiniert und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert wird.

Die Protagonisten des sudetendeutschen Kameradschaftsbundes (KB), dessen Gründung in die Mitte der 1920er Jahre reicht, gehörten zu den federführenden Initiatoren und intellektuellen Stichwortgebern des Einigungs- und Radikalisierungsprozesses großer Teile der deutschen Minderheit in der Ersten Tschechoslowakischen Republik und spielten eine führende Rolle in der von Konrad Henlein geführten Sudetendeutschen Heimatfront bzw. Sudetendeutschen Partei. Schlüsselelemente der Ideologie des KB wie auch seine politische Rolle in der Vorgeschichte zum Münchner Abkommen 1938 werden bis heute kontrovers beurteilt.

Der Vortrag konzentriert sich auf die Analyse des schillernden Volkstumsbegriffs, welcher der politischen Programmatik des KB zugrunde lag. Dieser ist sowohl für das Verständnis der vom KB für die deutsche Minderheit entwickelten autoritären Ordnungskonzepte als auch für seine mitteleuropäischen Neuordnungsvorstellungen von zentraler Bedeutung.

 

Wilfried Jilge ist Osteuropahistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Slavistik der Universität Leipzig, wo er zur völkischen Bewegung in den böhmischen Ländern forscht. Einen weiteren Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit bilden Nationalismus, Geschichtspolitik und regionale Identitäten in der Ukraine im 20. Jahrhundert und in der Gegenwart. Dazu hat er unter anderem im Rahmen seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am "Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig" (bis 2010) und den von ihm im Rahmen des Forschungsprojekts "Visuelle und historische Kulturen Ostmitteleuropas im Prozeß staatlicher und gesellschaftlicher Modernisierung seit 1918" (Leitung: Prof. Dr. Stefan Troebst) zahlreiche Beiträge veröffentlicht.

 

 

 

 

 

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